Nachhilfe -
ganz schön schlau!

Pressemeldung

An die Autoren der Studie "Außerschulische Nachhilfe"
Prof. Dr. Klaus Birkelbach, Prof. Dr. Rolf Dobischat, Dipl.-Päd. Birte Dobischat
c/o Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Str. 39
40476 Düsseldorf


Offener Brief zur Studie "Außerschulische Nachhilfe"

Sehr geehrter Herr Professor Birkelbach,
Sehr geehrter Herr Professor Dobischat,
Sehr geehrte Frau Dobischat,

der Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) ist der einzige Verband der Nachhilfebranche. Als Vertreter der Branche nehmen wir im Folgenden Stellung zu den Ergebnissen und Forderungen Ihrer Studie:

Der Wunsch nach mehr Transparenz und einer gesicherten Qualität war Gründungsanlass für den VNN und ist nach wie vor das zentrale Anliegen, das der Verband mit seiner Arbeit verfolgt. Daher unterstützt der VNN die von Ihnen formulierten Forderungen nach mehr Transparenz und gesicherter Qualität in der Nachhilfe.

Der VNN hat bereits auf der Basis seiner langjährigen Erfahrung Qualitätsstandards erarbeitet. Es gibt zudem eine Reihe Nachhilfeschulen, die sich durch ihre Mitgliedschaft im VNN verpflichten, diese Qualitätsstandards einzuhalten. Das heißt: Das Angebot ist da. Allerdings ist es im Fall der Nachhilfeschulen wie beispielsweise bei Bio-Produkten: Die Verbraucher - in dem Fall die Eltern - müssen durch ihre Entscheidung für eine dieser Nachhilfeschulen, die sich Qualitätsstandards auferlegen, deutlich machen, dass ihnen Qualität auch beim Nachhilfeunterricht wichtig ist. Stattdessen wird immer noch von ca. 2/3 aller Eltern Nachhilfe auf dem Schwarzmarkt gebucht, wo es keinerlei Qualitäts-Normen gibt.

Die institutionelle Nachhilfe ist auch nicht losgelöst vom Bildungssystem, wie Sie schreiben, sondern vielmehr ein fester Teil davon. Die Nachhilfelehrer verfolgen mit ihrer Arbeit das gleiche Ziel wie die Fachlehrer in den Schulen: Sie vermitteln den Schülern Fachwissen, leiten sie an, wie man lernt und sich neue Inhalte erarbeitet, sie begeistern die Schüler für die Fächer, motivieren und fördern sie, nehmen ihnen Ängste und helfen ihnen, ihre Schullaufbahn erfolgreich zu bewältigen.

Auch die von Ihnen eingeforderte Transparenz ist bei der institutionellen Nachhilfe bereits gewährleistet, denn die Inhaber der Nachhilfeschulen melden die beschäftigten Lehrkräfte bei den örtlichen Schulbehörden an. Intransparent ist dagegen der Schwarzmarkt, auf dem Schüler, Studenten oder Privatpersonen Nachhilfe erteilen - ohne ihre Qualifikation nachweisen zu müssen, ihre Arbeit anzumelden oder zu versteuern.
Sie fordern einen stärkeren Kontakt zwischen Nachhilfe und Schule. Auch hier pflichten wir Ihnen bei. Schon jetzt suchen die Nachhilfeschulen den Kontakt und Austausch mit den Fachlehrern in den öffentlichen Schulen. Sie wünschen sich, mit den Fachlehrern gemeinsam Wegen zu finden, um den Schülern zielgerichtet und effizient zu helfen.

Die institutionelle Nachhilfe ist keineswegs eine Parallelwelt, sondern eine außerschulische Hilfe für die Schüler und ein fester Bestandteil des Bildungssystems. Sie bietet einen systematischen und individuellen Unterricht, der sich am Unterrichtsstoff der öffentlichen Schulen orientiert. Ziel ist die Optimierung der Lernleistung des Einzelnen und eine nachhaltige Verbesserung seiner Schulnoten. Damit verbessert Nachhilfe auch die Wirksamkeit des öffentlichen Schulsystems. Daher unterstützt der VNN den Wunsch der Autoren der Studie, die institutionelle Nachhilfe stärker an die öffentlichen Schulen zu binden, um Kräfte zu bündeln und Hand in Hand die Schüler optimal zu fördern.

Die Bedeutung der außerschulischen Förderung durch die Nachhilfe zeigt sich auch daran, dass die Finanzierung von Nachhilfe Teil des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) ist. Der VNN würde es begrüßen, wenn die Gelder aus dem BuT nicht erst dann für die außerschulische Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher zur Verfügung gestellt würden, wenn die Versetzung gefährdet ist, sondern sobald Eltern und Fachlehrer der öffentlichen Schulen eine individuelle Förderung für sinnvoll erachten. Dadurch könnte man den betroffenen Schülern einen Leidensweg aus Misserfolg und nachlassender Motivation ersparen und frühzeitig Wissens- und Verständnislücken schließen, um so den Anschluss an die Klasse zu finden. Auf diese Weise könnte dank eines rechtzeitigen Nachhilfeunterrichts die soziale Ungleichheit zumindest bei den nachfolgenden Generationen ausgeglichen werden.

Bereits seit vielen Jahren beschäftigen sich Pädagogen mit der Frage nach der Wirksamkeit von Nachhilfe. Mittlerweile liegen verschiedene Untersuchungen und Studien vor, die diese Wirksamkeit empirisch belegen. Mindestens genau so entscheidend ist jedoch die Tatsache, dass die institutionelle Nachhilfe sich seit Jahrzehnten als Teil des Bildungssystems etabliert hat. Ein Angebot, das nicht die von Eltern und Schülern erhoffte Wirkung bringt, hätte sich niemals am Markt gehalten.

Sehr gerne würden wir mit Ihnen erörtern, wie unsere gemeinsamen Ziele nach mehr Qualität und Transparenz in der Nachhilfe umgesetzt werden können, um so noch mehr Schülern effizient zu helfen, ihre Schullaufbahn erfolgreich zu absolvieren und damit die Voraussetzung für ein gelingendes Leben zu erlangen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Cornelia Sussieck
Vorsitzende des VNN


PS: Die Entscheidung der Eltern für Einrichtungen, die sich selbst verpflichten, Qualitätsstandards einzuhalten und durch Selbstverpflichtungen von Bewegungen distanzieren, die eine demokratiefeindliche Gesinnung haben, könnte auch die Entwicklung von Organisationen verhindern, die versuchen, Kinder und Jugendliche unter dem Deckmantel der Bildung für ihre Gesinnung zu gewinnen.

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