Nachhilfe -
ganz schön schlau!

Wissenswertes zur Nachhilfe


Warum schicken Eltern ihr Kind zur Nachhilfe?


Die Gründe sind so vielfältig und unterschiedlich wie die Kinder, die zur Nachhilfe kommen. Manche Kinder haben wegen Krankheit oder Umzug Lücken im Lernstoff und müssen diese aufholen. Bei manchen Kindern zeigt sich Stress innerhalb der Familie als Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule. Es gibt auch Schüler, die ausgewiesene Schwächen haben wie Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche, ADHS oder Wahrnehmungsschwächen im weiteren Sinne. Andere kommen bei dem Tempo nicht mit, das in dem Fach vorgelegt wird oder haben einfach nicht die richtige Lerntechnik. Manche Kinder sind auf der falschen Schulform und haben deswegen Schwierigkeiten. Manchmal ist es ein Problem der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Und sehr oft verlieren Kinder während der Pubertät das Interesse an der Schule und brauchen daher Unterstützung und Motivation.

Welche Trends in der Nachhilfe können Sie feststellen?


Der Trend geht seit einiger Zeit deutlich in Richtung individuelle Förderung. Besonders nachgefragt sind hier der Einzelunterricht und hochwertige Prüfungsvorbereitungskurse. Out sind die alten Konzepte der inhomogenen Gruppennachhilfe und insbesondere Langzeitverträge.
Außerdem setzen viele Schüler auf Nachhilfe, weil sie einen bestimmten Notendurchschnitt erreichen wollen, meist, um die Chancen bei Bewerbungen oder auf ein bestimmtes Studienfach zu verbessern. So versuchen Gymnasiasten, die ein Fach studieren möchten, das mit NC belegt ist, durch Nachhilfe auf den benötigten Durchschnitt zu kommen.

Es sind gar nicht unbedingt immer versetzungsgefährdete Schüler, die zur Nachhilfe gehen, sondern Schüler, die das hohe Niveau halten wollen. Ein Trend?
Ja, das ist ein weltweiter Trend wie die Studie von Bildungsforscher Steve Entrich zeigt. In vielen asiatischen Ländern gibt es Nachhilfeschulen, in denen sich die Schüler intensiv auf Aufnahmeprüfungen für besonders beliebte Universitäten vorbereiten. Da es bei uns nachgewiesenermaßen eine Inflation der Abiturnoten gibt, ist nicht auszuschließen, dass auch hier immer mehr Universitäten Aufnahmeprüfungen einführen werden. Zurzeit geht es bei den Schülern hier bei uns erst einmal um besonders gute Noten, weil sie das Tor zur Berufswelt sind.

Wer hat öfter mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen: Grundschüler oder Kinder an weiterführenden Schulen?


Sicherlich sind es die Kinder in den weiterführenden Schulen. Das liegt aber auch daran, dass die Schwächen der Grundschüler oft viel zu spät ernst genommen werden. So wird eine LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche) oft erst „entdeckt“, wenn das Kind schon die zweite Klasse wiederholt hat. Auch wird in vielen Grundschulen/Regionen Deutschlands in den ersten beiden Klassen gar keine Rechtschreibung mehr gelehrt. Die Kinder sollen schreiben, wie sie die Sprache hören. So erkennt man natürlich die Lernschwierigkeiten erst viel zu spät.

Nachhilfe wird immer früher gegeben. Wie kommt es, dass schon Grundschüler Nachhilfe bekommen?


Früher war man noch nicht sensibilisiert für Themen wie LRS oder Dyskalkulie. Bei Verdacht auf solche Schwächen ist es ganz besonders wichtig, rechtzeitig zu fördern. Fakt ist aber auch, dass die Kleinen sehr unter familiären Störungen, wie zum Beispiel der Trennung der Eltern leiden und mit Schulproblemen reagieren. Als drittes kommt noch hinzu, dass es immer mehr Eltern gibt, die selbst der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Sie wollen für ihre Kinder einen guten Start und fördern sie früh. Der enorme Lehrermangel an den Grundschulen tut das seinige: Es fällt viel Unterricht aus. Daher vertrauen die Eltern der Grundausbildung in der Grundschule nicht mehr blind.

Fällt es Migranten und Flüchtlingen schwerer, in der Schule mitzukommen? Wenn ja, warum?


Das lässt sich nicht neutral beantworten, da wir in den Nachhilfeschulen nur eine „Auswahl“ an Schülern haben. Fakt ist aber, dass ein großer Teil unserer Nachhilfeschüler Migrationshintergrund hat. Das liegt meiner Beobachtung nach aber am starken Willen der Eltern, ihren Kindern in Deutschland eine gute Grundlage für ihr späteres Leben mitzugeben und nicht daran, dass sie sich grundsätzlich schwerer tun in der Schule.

Führt G8 zu einem erhöhten Bedarf an Nachhilfelehrern?


Nein, nicht unbedingt. Die Kinder haben viel zu wenig Zeit, um häufig zur Nachhilfe zu gehen. G8 hat die Nachhilfe für die Kinder aber „verschärft“. Sie sollen jetzt in kürzerer Zeit und eher im Einzelunterricht schneller lernen. Dies ist aber grundsätzlich nicht möglich, weil Lernen Zeit benötigt.

Verbessert Nachhilfe wirklich den Notendurchschnitt (Prozentsatz?)


Ja, bei den meisten Schülern nützt Nachhilfe nachweislich. Laut Synovate-Studie liegt die Erfolgsrate bei 80 bi 94 Prozent. Der Studie von Prof. Eiko Jürgens und Marius Diekmann zufolge verbessern sich 94% der Schüler durch Nachhilfe. Laut Studie von Prof. Ludwig Haag verbessern sich 84 % der Schüler innerhalb eines halben Jahres um eine Note. Jürgens/Diekmann haben ermittelt, dass sich fast die Hälfte der Schüler durch Nachhilfe um eine Note verbessert, ein Viertel um 1,3 bis 2 Noten und sechs Prozent um bis zu 3,3 Noten.
Schüler, deren Noten sich trotz Nachhilfe nicht verbessern, haben oft noch ein zusätzliches Problem, das man herausfinden muss, um ihnen dann auch zu helfen.

Es gibt neben der institutionellen Nachhilfe auch einen großen Schwarzmarkt. Gibt’s zwei, drei Punkte als Indizien für ein seriöses Angebot?


Studien zufolge nimmt der Schwarzmarkt ca. ¾ des Gesamtmarktes ein. Nicht selten kommen Schüler nach erfolglosen Versuchen auf diesem Schwarzmarkt zur institutionellen Nachhilfe. Dann haben sie aber schon einen großen Teil des Schuljahres vergeblich Nachhilfe genommen bei Nachhilfelehrern, die diese Bezeichnung nicht verdienen oder einfach nur unzuverlässig waren.

Wenn man die Nachhilfeschule und den Nachhilfelehrer nicht kennt, sollte man vor dem Probeunterricht keinen Vertrag unterschreiben. Einen Probemonat zu buchen ist oft eine gute Idee. Am Ende des Probemonats sollten keine Kündigungsfristen einzuhalten sein. Außerdem sollte man nach der Qualifikation der Nachhilfelehrer fragen, eine Rechnung verlangen bzw. eine Quittung bei Barzahlung.

Niemals sollte man langfristige Knebelverträge unterschreiben, die über sechs und mehr Monate laufen. Wichtig ist, dass ausgefallener Unterricht nachgeholt werden kann und ein kontinuierlicher, regelmäßiger Unterricht zugesichert wird.

Nachhilfe ist auch ein Indiz dafür, dass mit dem Schulsystem generell was nicht stimmt, oder?


Ja, im Schulsystem stimmt einiges nicht und die Folge sind in der Tat verunsicherte Eltern und Schüler, die Ersatz für schulische Bildung bei der Nachhilfe suchen. So fällt zurzeit (2017/18) viel Unterricht aus und die Schüler werden veranlasst den Stoff autodidaktisch zu erlernen. Das fällt vielen schwer.

In vielen Bundesländern gibt es nach der 4. Klasse nur eine Empfehlung, an die sich Eltern aber nicht halten müssen. Wie wirkt sich das aus?


Die Empfehlungen werden von kompetenten Pädagogen/Grundschullehrern gegeben. Es wird ein ausführliches Gespräch mit den Eltern geführt, bei dem die Empfehlung besprochen und erläutert wird. Daher halten sich die meisten Eltern zum Wohle ihres Kinds daran. Es gibt Eltern, die dem Kinde die Schullaufbahn erleichtern möchten und es auf eine niedrigere als die empfohlene Schulform schicken. Richtig ist aber auch, dass einige Eltern glauben, eine höhere Schule biete von Anfang an eine bessere Lebenschance für ihr Kind. Sie übersehen dabei, dass das Kind schnell überfordert sein wird, die Lust am Lernen und der Schule verlieren wird und nicht selten Krankheitssymptome zeigen kann. Nicht nur für das Kind, auch für die Schule und die Klassengemeinschaft ist ein überfordertes Kind ein großes Problem. Abstieg ist für einen Menschen immer frustrierend. Die spätere Rückstufung in eine niedrigere Schulform oder das Sitzenbleiben fördern in der Regel nicht das Selbstvertrauen. In solchen Fällen kann auch Nachhilfe nicht zum Erfolg führen.

STANDORT DER NACHHILFE IM BILDUNGSSYSTEM

Welche Bedeutung besitzt Nachhilfe in Bezug auf das Bildungssystem?


Wie wertvoll Nachhilfe ist, hat auch die Regierung erkannt. Daher hat sie in das Bildungs- und Teilhabe-Paket (BuT) auch die Nachhilfe aufgenommen. Das bedeutet: Kindern aus einkommensschwachen Familien wird die Nachhilfe über das BuT bezahlt. Allerdings ist dies zum einen bei den Eltern viel zu wenig bekannt. Daher klärt die institutionelle Nachhilfe Eltern darüber auf.

Zum anderen wird die Bewilligung von Nachhilfe über das BuT leider sehr restriktiv gehandhabt, so dass viele Anträge nicht bewilligt werden. Eine weitere Erschwernis: Viele genehmigen den Antrag erst, wenn die Versetzung gefährdet ist. Dabei wäre es so wichtig, die Schüler direkt bei den ersten Anzeichen von Lücken und Leistungseinbußen zu unterstützen.

Der VNN würde es begrüßen, wenn die Gelder aus dem BuT nicht erst dann für die außerschulische Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher zur Verfügung gestellt würden, wenn die Versetzung gefährdet ist, sondern sobald Eltern und Fachlehrer der öffentlichen Schulen eine individuelle Förderung für sinnvoll erachten. Dadurch könnte man den betroffenen Schülern einen Leidensweg aus Misserfolg und nachlassender Motivation ersparen und frühzeitig Wissens- und Verständnislücken schließen, um so den Anschluss an die Klasse zu finden. Auf diese Weise könnte dank eines rechtzeitigen Nachhilfeunterrichts die soziale Ungleichheit zumindest bei den nachfolgenden Generationen ausgeglichen werden.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass institutionelle Nachhilfe eine Parallelwelt zum Bildungssystem darstellt?


Die institutionelle Nachhilfe ist ein fester Teil des Bildungssystems. Mit der Etablierung des Schulsystems in seiner heutigen Form ist auch die Nachhilfe entstanden. Denn es gab schon immer Schüler, die mit dem Tempo nicht mitgekommen sind, die einen besonderen Erklärungsbedarf hatten oder die noch besser werden wollten. Indem die institutionelle Nachhilfe diese Schüler unterstützt, hilft sie auch den Schulen und den Lehrern. Denn diese können bei Klassen von 25 bis mehr als 30 Kindern nicht jedes Kind so individuell fördern, wie es das braucht. Wir vertiefen den Unterricht der Schule, geben den Schülern Übungsanlässe. Viele Erfolge des öffentlichen Schulsystems beruhen auch auf einer kompetenten Begleitung durch das Nachhilfesystem. Welcher Lehrer ist denn nicht stolz, wenn er eine gute Klasse hat, in der niemand sitzenbleibt, in der alle Schüler motiviert und strebsam sind?

Die Aufwendungen für kommerzielle Nachhilfe sind hoch. Können sich also nur wohlhabenden Familien Nachhilfe leisten bzw. nehmen einkommensschwache Familien eindeutig weniger Nachhilfe in Anspruch?


Bildung ist ein kostbares Gut. In anderen Ländern investieren Eltern gern in die Bildung ihrer Kinder. Und auch in Deutschland ist Bildung den Eltern etwas Wert. Viele kaufen ihren Kindern Bücher oder ermöglichen den Besuch der Musikschule. Und auch Nachhilfe ist eine Investition in den beruflichen und persönlichen Lebensweg der Kinder. Die Kosten für Nachhilfe liegen bei durchschnittlich 10,00 € pro Stunde. Nimmt ein Schüler zwei Mal die Woche eine Doppelstunde Nachhilfe, betragen die Kosten ca. 160,00 € im Monat. Da Nachhilfe nicht dauerhaft gegeben wird, sondern eine punktuelle Unterstützung in einer schwierigen Lernphase ist, fallen diese Kosten in der Regel nur für wenige Monate an.

QUALITÄT IN DER NACHHILFE

Wie wird der Nachhilfemarkt bisher reguliert bzw. kontrolliert?


Die institutionelle Nachhilfe steht unter der Aufsicht der Schulbehörden nach §4 Abs. 21 des Umsatzsteuergesetzes (Privatschulparagraf). Die Lehrkräfte werden regelmäßig an die Schulämter gemeldet und dort auf grundsätzliche Eignung überprüft. Die Ämter prüfen die Qualifikation der Lehrkräfte und erlauben den Einsatz. Allerdings legen die Schulämter sehr unterschiedliche Kriterien an. Eine einheitliche und verbindliche Entscheidungsgrundlage fehlt. Daher wollen wir schon lange einheitliche Kriterien für die Genehmigung und die Umsatzsteuerbefreiung der Nachhilfeschulen. Dies scheint zurzeit immer noch am deutschen Föderalismus zu scheitern, aber auch am Willen der Schulbehörden, wenigstens ländereinheitliche Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

Was halten Sie vom Wunsch nach mehr Transparenz und einer gesicherten Qualität im kommerziellen Nachhilfemarkt?


Neben Qualität ist Transparenz ein Anliegen des VNN. Sie ist ein Unterscheidungsmerkmal der institutionellen Nachhilfe zum Schwarzmarkt. Die Inhaber der Nachhilfeschulen melden die beschäftigten Lehrkräfte bei den zuständigen Schulbehörden an und weisen deren Qualifikation nach. Wir haben oft nach einer staatlichen Anerkennung der Qualitätsbestrebungen in unserer Branche gerufen, jedoch ohne Resonanz bei den Vertretern des öffentlichen Bildungssystems.

NACHHILFELEHRER
 

Welche Qualifikation müssen Nachhilfelehrer mitbringen bzw. wie werden sie ausgebildet?


Nachhilfelehrer müssen zunächst einmal, wie Lehrer an öffentlichen Schulen auch, Fachwissen mitbringen. Überdies ist es wichtig, dass sie ihr Wissen vermitteln können. Durch den kontinuierlichen Dialog mit den Eltern und Schülern sind die Leistungen der Nachhilfelehrer sehr transparent. Sind Schüler und Eltern zufrieden, verbessert der Schüler seine Noten, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass der Nachhilfelehrer kompetent ist und sein Wissen vermitteln kann. Zusätzlich bieten seriöse Nachhilfeeinrichtungen ihren Lehrkräften Schulungen an – das können interne Weiterbildungen sein oder eine Ausbildung bei TutorWatch.

Die grundsätzliche Eignung der Lehrkräfte in den Instituten wird regelmäßig von den zuständigen Schulämtern/Regierungspräsidien überprüft.


Weitere Informationen zur Nachhilfe finden Sie auch unter FAQs.

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